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Schmetterlingsflügel nähen – märchenhafte DIY-Flügel aus Tüll

Zauberhafte Schmetterlingsflügel selber nähen: Mit gekräuseltem Tüll, elastischen Trägern und Floristendraht entstehen federleichte DIY-Flügel für Kinder. Mit kostenlosem Schnittmuster.

Manchmal entsteht aus dem Ausprobieren einer Nähtechnik eine ganz neue Idee. Genau so war es bei diesen Schmetterlingsflügeln: Aus gekräuselten Tüllstreifen ist eine federleichte, plastische Oberfläche entstanden, die ein wenig an die feinen Schuppen echter Schmetterlingsflügel erinnert.

In dieser Anleitung zeige ich euch Schritt für Schritt, wie ihr die Schmetterlingsflügel selbst nähen könnt. Die Farben könnt ihr natürlich ganz nach euren Vorstellungen wählen – so werden aus den Schmetterlingsflügeln genauso gut Feen-, Elfen- oder Fantasieflügel.

Das braucht ihr für die Schmetterlingsflügel

  • Tüll in euren Wunschfarben, in ca. 8 cm breite Streifen geschnitten
  • Webware für die Flügelbasis und die Träger
  • Schneidevlies zur Verstärkung, optional
  • hochwertiges Nähgarnfeine
  • Nähmaschinennadel, z. B. Stärke 75
  • Gummiband
  • Floristendraht
  • Schere
  • Stecknadeln oder Stoffklammern
  • Lineal
  • hitzelöschlicher Markierstift
  • Kräuselfuß für eure Nähmaschine
  • kostenloses Schnittmuster

Mein Material: Für meine Flügel habe ich einen regenbogenfarbenen Soft-Tüll mit Glitzer verwendet. Bei meiner Kräuselung habe ich ungefähr 20 Tüllstreifen über die gesamte Stoffbreite benötigt. Schneidet lieber ein oder zwei Streifen mehr zu – der tatsächliche Verbrauch hängt davon ab, wie stark ihr den Tüll kräuselt.

Tipp: Bei den vielen Metern gekräuseltem Tüll lohnt sich ein gutes Nähgarn. Gerade bei diesem Projekt möchte man nicht ständig wegen eines gerissenen Fadens unterbrechen müssen.

Flügel vorbereiten

Übertragt das Schnittmuster zweimal auf eure Webware und schneidet beide Teile aus. Die Nahtzugabe ist im Schnittmuster bereits enthalten.

Auf der linken Seite eines Flügelteils könnt ihr zusätzlich Schneidevlies fixieren. Das gibt dem Stoff etwas mehr Stabilität und erleichtert später das Aufnähen der vielen Tüllreihen.

Tüll für die Flügel kräuseln

Schneidet euren Tüll zunächst in etwa 8 cm breite Streifen.

Setzt den Kräuselfuß in eure Nähmaschine ein und verwendet eine feine Nadel, beispielsweise Stärke 75. Näht mit Geradstich und erhöht die Stichlänge auf etwa 4,0. Grundsätzlich gilt: Je länger der Stich, desto stärker wird der Stoff gekräuselt.

Bevor ihr startet, holt den Unterfaden nach oben und zieht beide Fäden etwas nach hinten. Legt den Tüll mittig unter den Nähfuß, senkt ihn ab und haltet die Fadenenden beim Start kurz fest.

Kurz bevor ein Tüllstreifen endet, legt ihr den nächsten etwa 1 cm überlappend darüber. Anschließend könnt ihr einfach weiternähen. Durch die Kräuselung fällt der Übergang später kaum noch auf.

Die Tüllrüschen aufnähen

Bevor die Rüschen auf die Flügel kommen, zeichnet ihr euch einige Hilfslinien auf die Stoffbasis.

Markiert zunächst die Mitte und anschließend die Bereiche, die später mit Tüll gefüllt werden sollen. Zur Außenkante habe ich etwa 2,5 cm Abstand gelassen.

Beginnt an der Mitte des oberen Flügels. Legt die erste Tüllrüsche knapp neben der Mittellinie auf und näht direkt auf der vorhandenen Kräuselnaht entlang.

An der äußeren Begrenzung angekommen, dreht ihr den Flügel und führt die nächste Reihe mit ungefähr 1 cm Abstand parallel zurück.

Wichtig: Klappt die lose Tüllkante der bereits befestigten Reihe beim Nähen zur Seite. Sonst landet sie schnell versehentlich in der nächsten Naht.

So arbeitet ihr euch Reihe für Reihe durch den oberen Flügel.

Beim unteren Flügel verändert sich die Richtung etwas. Hier beginnt ihr an der äußeren Kontur und arbeitet euch anschließend in einer Art Spirale von außen nach innen. Dadurch folgt der Tüll schön der geschwungenen Flügelform.

Wiederholt das Ganze anschließend auf der zweiten Seite.

Wenn beide Flügel vollständig mit Tüll bedeckt sind, könnt ihr überstehendes Schneidevlies zurückschneiden.

Elastische Träger nähen

Für die beiden Träger benötigt ihr:

  • 2 Stoffstreifen à 6 × 70 cm
  • 2 Gummibänder à etwa 35 cm

Faltet jeden Stoffstreifen längs rechts auf rechts und näht die lange Kante mit 1 cm Nahtzugabe zusammen.

Wendet die entstandenen Stoffschläuche und bügelt sie glatt. Richtet dabei die Naht möglichst mittig aus.

Zieht anschließend jeweils ein Gummiband durch einen Stoffschlauch. Sobald das hintere Gummiende an der Öffnung angekommen ist, fixiert und vernäht ihr es. Danach zieht ihr das Gummiband vollständig durch und sichert auch das zweite Ende.

So entstehen zwei weich geraffte, elastische Träger.

Träger an den Schmetterlingsflügeln befestigenSSS

Markiert auf der Rückseite der Flügel die Position der Träger.

Messt von der Mittellinie jeweils etwa 2,5 cm nach rechts und links. Setzt oben und unten entsprechende Markierungen und befestigt dort die beiden Träger.

Eine gleichmäßige Positionierung ist wichtig, damit die fertigen Flügel später angenehm sitzen und nicht ständig verrutschen.

Vorder- und Rückseite zusammennähen

Legt beide Flügelteile rechts auf rechts aufeinander. Die Tüllrüschen und Träger befinden sich dabei zwischen den Stofflagen.

Ich beginne beim Zusammenstecken gerne an den inneren Spitzen. Stimmen diese exakt überein, lässt sich der restliche Flügel wesentlich leichter ausrichten.

Näht anschließend einmal rundherum und lasst dabei eine mindestens 7 cm große Wendeöffnung. Besonders praktisch ist eine Öffnung an der Innenseite eines unteren Flügels.

Schneidet die Nahtzugaben an Rundungen und Innenecken vorsichtig ein und wendet die Flügel.

Formt die Rundungen sorgfältig aus und bügelt die Stoffkante vorsichtig glatt. Anschließend steppt ihr die Außenkante mit etwa 0,5 cm Abstand ab.

Die Wendeöffnung bleibt zunächst noch offen.

Damit die Flügel ihre Form behalten

Eine der größten Herausforderungen bei diesem Projekt war tatsächlich nicht der Tüll – sondern die Frage, wie die fertigen Flügel stabil bleiben, ohne schwer oder steif zu werden.

Mein erster Versuch mit dünnem Basteldraht hat mich nicht überzeugt. Er knickte zu schnell und ließ sich nur schwer durch die Rundungen führen.

Besser funktioniert Floristendraht. Er ist stabiler, lässt sich aber trotzdem gut an die geschwungene Form der Flügel anpassen.

Für meine Flügel habe ich insgesamt ungefähr 130 cm Draht verwendet.

Biegt das Ende des Drahtes zu einer kleinen Schlaufe und drückt diese sorgfältig zusammen. Es sollten keine scharfen Enden hervorstehen, die beim Durchschieben den Stoff beschädigen könnten.

Führt den Draht durch die Wendeöffnung entlang der Außenkante.

Mein Tipp: Versucht nicht, einen Draht komplett durch beide Flügel zu schieben. Es ist wesentlich einfacher, von der Wendeöffnung aus jeweils einen Draht bis zur oberen Mitte zu führen.

Anschließend könnt ihr die Enden auf die passende Länge kürzen, miteinander verdrillen und die Verbindung beispielsweise mit etwas Kreppband sichern.

Die Verbindung verschwindet danach im Inneren der Flügel.

Zum Schluss schließt ihr die Wendeöffnung mit dem Matratzenstich.

Fertig sind die Schmetterlingsflügel

Jetzt dürfen die Flügel angezogen werden!

Durch den gekräuselten Tüll bekommen sie eine wunderschöne plastische Oberfläche und wirken bei jeder Bewegung ein bisschen anders. Und natürlich müsst ihr euch nicht an Regenbogenfarben halten: Ton-in-Ton, Pastell, kräftige Farben oder komplett weiße Feenflügel funktionieren genauso.

Das Schönste an diesem Projekt ist für mich, dass eine eigentlich ganz klassische Nähtechnik plötzlich für etwas völlig anderes eingesetzt wird.

Kostenloses Schnittmuster

Das Schnittmuster zu diesem Projekt habe ich ursprünglich für meinen Beitrag im BERNINA Blog erstellt.

Kostenloses Schnittmuster für die Schmetterlingsflügel: https://blog.bernina.com/de/2026/07/schmetterlingsfluegel-naehen-mit-gratis-schnittmuster/

Die von mir verwendeten bzw. vergleichbare Materialien findet ihr hier.https://link.amazon/B01we0bua *Affiliate-Link

Viel Freude beim Nähen eurer eigenen Schmetterlingsflügel!

Wenn ihr gerne näht, stickt und besondere DIY-Projekte ausprobiert, schaut euch gerne bei meinen weiteren Anleitungen um. Nach und nach findet ihr hier immer mehr meiner Näh-, Stick- und Upcycling-Ideen.

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